Daimyō gyōretsu 大名行列

Kategorie: Historisches Fest

Daimyō gyōretsu, wörtlich etwa "Parade der Territorialfürsten", ist ein historisches Fest, das in verschiedenen Städten Japans unterschiedlich gefeiert wird. Ursprünglich geht die Parade auf das System des sankin kōtai zurück, einem alternierenden Residenzsystem zur Edo Zeit (1600-1868), bei dem die Daimyō in regelmäßigen Abständen zur Haupstadt des Shōgun (Edo) reisen und dort für einige Zeit verbleiben mussten, um ihm die Ehre zu erweisen. Diese pompöse Reise der Daimyō, derren Ausmaß von Rang und Status des Daimyō abhängig war, wird heute in großen Paraden mit feudalen Kostümen nachgestellt.

Jede Daimyō gyōretsu Parade in Japan strebt Einzigartigkeit in der Form von Kostümen, Dekoration u.ä. an und da es auch Unterschiede in der Aufmachung gibt, lässt sie sich nicht verallgemeinern. In der Stadt Yuzawa (Präfektur Akita, Hōnshū) ist die Parade besonders identitäsbildend und findet jährlich am dritten Wochenende im August statt. So wird die Stadt auch "Daimyō gyōretsu no machi" (etwa "Stadt der Parade der Territorialfürsten") genannt. Yuzawa soll im folgenden als Beispiel dienen. Die Parade wird bereits sehr früh geplant und von einem der fünf Nachbarschaften im Wechsel ausgerichtet. Die meisten Rollen werden von Kindern performt, die Kosten für die Ausrüstung haben die Eltern zu tragen. Die Parade folgt strengen Formalitäten und besteht aus mehreren Teilen. Mit in die Parade wird in Yuzawa auch ein Fest für den lokalen Atago Schrein eingebunden. Sie folgt der folgenden Struktur:

Zunächst kommt die Parade der Territorialfürsten mit drei zentralen Reitern: dem Daimyō (nakanori), den Hauptmann der Wache (bugashira) und dem Leiter des Haushalts (atanori). Sie werden von persönlichen Begleitern flankiert, die sich um das Tragen der Ausrüstung kümmern. Zudem ist jeder Reiter umgeben von Funktionären wie Bogenschützen, Musketieren, Lanzenträgern, Falknern, Samurai etc. Auch Teemeister, Arzt und Leibdiener sind Teil der Parade.
Was folgt ist die Parade des Schreins (shinkō shiki) mit einem Tragschrein (mikoshi). Sie besteht aus Randabzeichen der Gottheit (kami), Begleitern wie Priester und Schreinmädchen (miko), Exkorten und Träger von Utensilien.
Am Ende der Parade, der im Gegensatz zum Hauptteil geschäftig laut, voller Musik und eher informell ist, folgen geschmückte Festwagen mit Schaubildern aus Pappmache (kazariyama), die jedes Jahr variieren und Szenen der japanischen Mythologie und Geschichte zeigen, sowie Tänze (kagura) und Wagen mit Informationen.

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